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22.02.2018

Bio boomt: Ökoanbaufläche wächst 2016 weltweit um 15%

Bio Bio boomt! (Foto: CC0)

Bio boomt kräftig: Rund um den Globus wurden 2016 rund 57,8 Millionen Hektar Land ökologisch bewirtschaftet – der globale Markt für Bioprodukte brummte mit einem Umsatz von fast 90 Milliarden US-Dollar. Dies zeigt der Bericht „The World of Organic Agriculture“, der vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und IFOAM – Organics International auf der Messe BIOFACH präsentiert wurde. Ausgewertet wurden Daten zum Ökolandbau in 178 Ländern. Die Bioanbaufläche wuchs demnach 2016 um rund 7,5 Millionen Hektar – ein Plus von 15% gegenüber dem Vorjahr. Rund 47% der Biofläche liegt mit 27,3 Millionen Hektar in Ozeanien, gefolgt von Europa mit 13,5 Millionen Hektar (23%) und Lateinamerika mit 7,1 Millionen Hektar (12%). Australien führt das Länderranking mit der größten absoluten Bioanbaufläche an (27,2 Millionen Hektar) und verweist Argentinien mit 3 Millionen und China mit 2,3 Millionen Hektar auf die Plätze. Anders sieht es bei der anteiligen Fläche aus: Hier liegt Liechtenstein mit einem Bioanteil von 37,7% an der Gesamtfläche vor Französisch-Polynesien (31,3%) und Samoa (22,4%), gefolgt von Österreich (21,9%), Estland (18,9%) und Schweden (18%). Insgesamt bringen es 15 Länder weltweit auf einen Bioflächenanteil von über 10% - ein neuer Rekord. Deutschland landete mit 7,5% Biofläche in 2016 auf Platz 23.

Weltweit gibt es dem Bericht zufolge 2,7 Millionen Bioproduzenten, davon sollen 835.000 in Indien, 210.352 in Uganda und 210.000 in Mexiko leben. Das Marktforschungsunternehmen Ecovia Intelligence schätzt den globalen Markt für Bioprodukte 2016 auf 89,7 Milliarden US-Dollar - circa 80 Milliarden Euro. Der größte Biomarkt sind die USA mit 38,9 Milliarden Euro Umsatz, es folgen Deutschland, Frankreich und China mit 9,5 bzw. 6,7 und 5,9 Milliarden Euro. Die größten Erfolge wurden in Frankreich und Irland verzeichnet – dort nahm die Nachfrage nach Bioprodukten um 22% zu. Das meiste Geld pro Kopf legten jedoch die Schweizer auf die Ladentheke: Sie ließen sich Bioprodukte 274 Euro im Jahr kosten, gefolgt von Dänemark mit 227 Euro und Schweden mit 197 Euro. In Dänemark haben Bioprodukte mit 9,7% den höchsten Marktanteil.

Auch in Deutschland befindet sich der Ökolandbau im Aufwind, wie die am 14. Februar veröffentlichten Zahlen des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) für 2017. Die deutsche Öko-Fläche vergrößerte sich demnach gegenüber dem Vorjahr um 10% auf 1.375.967 Hektar Biofläche. Damit wurde 8,2 % der gesamten Landwirtschaftsfläche von Bio-Bauern bewirtschaftet. „2017 stellten jeden Tag durchschnittlich fünf Bauern eine Landwirtschaftsfläche von etwa 500 Fußballfeldern auf Bio um“, so Peter Röhrig, Geschäftsführer des BÖLW. Es kamen 2.042 neue Betriebe dazu, insgesamt sind es nun in Deutschland 26.855 Höfe oder 8,6% mehr als im Vorjahr. Nun sei es wichtig, dass sowohl in Deutschland als auch auf EU-Ebene „das große Potential für Bio vom Acker bis zum Teller für einen nachhaltigen Umbau von Ernährung und Landwirtschaft“ genutzt werde. Der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein rief die gesamte künftige Bundesregierung zum „Zupacken“ auf, da viele Ressorts gemeinsam bestimmten, wie Landwirtschaft, Handel und Ernährung in Zukunft gestaltet werde. Er hob lobend hervor, dass im Koalitionsvertrag mit 2030 endlich ein konkretes Zieldatum gesetzt wird, bis wann ein Bioflächenanteil von 20% erreicht sein soll. Doch auch auf EU-Ebene muss gehandelt werden: „Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik muss darauf ausgerichtet werden, mit den Steuergeldern stärker die Bauern zu unterstützen, die Umwelt, Tiere, Gewässer, Artenvielfalt und Klima schützen“, fordert Löwenstein. (ab)

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